Meniskusriss – Wann ist eine OP notwendig?

OP = ?

Wenn alles zusammenpasst, d.h. die Beschwerden sind typisch, die Untersuchungsergebnisse sind eindeutig und das MRT ebenfalls, dann ist die Entscheidung einfach. Meistens ist es jedoch nicht so einfach.

Bei 8 von 10 Patienten, die wegen Knieschmerzen in meine Sprechstunde kommen, ist eine OP nicht notwendig. Oft ist schon nach der Untersuchung klar, dass die Ursache nicht der Meniskus ist. Manchmal hilft das MRT den Meniskus auszuschließen.

Schwierig ist es, wenn der Patient schon mit einem MRT, das einen Meniskusriß zeigt, in die Sprechstunde kommt, die Symptome aber nicht zu einem Meniskusriß passen. Am Besten ist das mit einem Beispiel zu beschreiben.

Ein Patient kommt 2001 erstmals in meine Sprechstunde. Er hatte beim Skifahren das Knie verdreht und war wegen Schmerzen zu seinem Orthopäden gegangen. Im MRT war ein Meniskusriß erkennbar (Abb. 1) es wurde die Operation empfohlen. Die Untersuchung hatte angedeutet Meniskuszeichen ergeben aber auch einen eindeutigen Innenbandschmerz. Der Rat war also trotz eindeutigem MRT abzuwarten. Nach 6 Wochen war der Patient beschwerdefrei.

2009 kommt der Patient erneut mit Knieschmerzen in die Sprechstunde, er hatte das Knie auf Glatteis verdreht. Im MRT war der bekannte Riß zu sehen (Abb. 2). Es sollte jetzt endlich die OP erfolgen. Die Symptome hatten allerdings auch diesmal mehr zu einer Innenbanddehnung gepasst.

Der Patient ist ohne OP beschwerdefrei und regelmäßig auf Hüttenwanderungen in den Alpen und im Allgäu unterwegs.

Die Enscheidung für oder gegen eine OP ist also nicht immer eindeutig und einfach und das MRT nicht die entscheidende Untersuchung. Die Entscheidung fällt auf Grund des zeitlichen Verlaufs, der Untersuchung, des MRT, evtl. der Rö-Bilder und unter Berücksichtigung der Wünsche und Möglichkeiten des Patienten.

Abb. 1 Meniskusriss 2001 (Foto D. Baumann alle Rechte vorbehalten)


Abb. 2 Meniskusriss 2009 (Foto D. Baumann alle Rechte vorbehalten)

25. Juni 2011 Kommentare deaktiviert

 

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